Ganztagsschulen steigern die Chancengerechtigkeit in der Bildung

Bildungsministerin Annette Schavan bewertet das Ganztagsschul-Programm als Erfolg. Der Bund fördere rund 7.000 Schulen im Rahmen des “Investitionsprogramms Zukunft, Bildung und Betreuung” (IZBB), sagte die Ministerin am Freitag beim fünften Ganztagsschul-Kongress in Berlin. Von den vier Milliarden Euro Bundesmitteln wurden bereits 3,16 Milliarden Euro ausgegeben. Die Förderung läuft bis 2009. Schavan kündigte an, sie werde sich auf dem “Bildungsgipfel” von Bund und Ländern im Oktober dafür einsetzen, dass das Ganztagsschul-Programm in Teilen fortgeführt werde. Der Ausbau der Infrastruktur habe für sie aber nicht mehr oberste Priorität.

Stattdessen will die Bildungsministerin vor allem die Weiterentwicklung von Lernkultur und pädagogischen Konzepten in den Mittelpunkt rücken. “Bildung und Qualifizierung sind die Voraussetzung für individuelle Lebenschancen und gesellschaftliche Teilhabe”, betonte die CDU-Politikerin. Deshalb sei es so wichtig, dass die Bundesregierung und die Länder gemeinsam einen Weg finden würden, die Bildung in Deutschland weiter zu stärken. Die Erfolge bei den Ganztagsschulen zeigten, dass dies möglich sei. Ganztagsschulen verbessern laut Schavan die Möglichkeiten, Kinder individuell zu unterstützen. Damit steigerten sie zugleich die Chancengerechtigkeit in der Bildung.

Gefördert werden vor allem Grundschulen, aber auch Hauptschulen, Gymnasien und Förderschulen. Nach Angaben des IZBB sind rund 70 Prozent der geförderten Einrichtungen offene Ganztagsschulen. Dieses Angebot wird von rund 56 Prozent der Schüler wahrgenommen.

Kramp-Karrenbauer: Deutschland holt Entwicklung nach

Nach Ansicht der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), der saarländischen Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, sind Ganztagsschulen ein wichtiger Bestandteil der deutschen Schullandschaft. Deutschland hole damit eine Entwicklung nach, die im europäischen Ausland längst Standard sei. Allerdings sollte diese Schulform Eltern und Schülern nicht übergestülpt werden. Die KMK-Präsidentin hob den eigenständigen Charakter der Ganztagsschule hervor, die sehr unterschiedliche Formen entwickeln könne. Mit Einfallsreichtum und Engagement hätten Schulleitungen und Kollegien maßgeschneiderte Programme für die Lern- und Lebensbedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler etabliert. “Hier ist Schulentwicklungsarbeit in überzeugender Qualität und beeindruckender Vielfalt geleistet worden”, unterstrich Kramp-Karrenbauer.

Flankiert wird das IZBB vom Begleitprogramm “Ideen für mehr! Ganztägig lernen”, innerhalb dessen Schulen individuelle Beratung und Unterstützung bei ihrer qualitativen Weiterentwicklung erfahren. Der jährlich stattfindende Ganztagsschul-Kongress ist fester Bestandteil dieses Begleitprogramms.

Text: http://cdu.de/home/index_24283.htm

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